STIMME von und für Minderheiten N° 25 / IV 1997
Wider den Einheitszwang
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Der Zwang zur Einigkeit Folgt man den großen gesellschaftlichen Entwicklungen des letzten Jahrzehnts, so fallen grundlegende soziale, politische und kulturelle Umbrüche auf. Die großen Entwürfe, Weltbilder und Ideologien, die Lebenszusammenhänge und politische Systeme begründet haben, gehören der Vergangenheit an. In den Vordergrund treten viele individuelle "Erklärungen" mit einem reduzierten Wahrheitsanspruch, um die täglichen Risken und Widersprüchlichkeiten bewältigen zu können. Nicht die Geradlinigkeit bestimmt die Veränderungen, vielmehr haben wir es mit Ungewißheiten, Umwegen, Irritationen und Diskontinuitäten zu tun.
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Für ein Minderheitenrecht auf politische Vielfalt "Es ist das ewige Problem der Minderheiten, daß sie so zerstritten sind. Man weiß ja nie, was sie wirklich wollen. Trotz bester Absichten können wir denen nicht helfen, wenn sie sich nicht einmal selbst einigen können." Eine alte Leier, die die Minderheiten immer wieder zu hören bekommen. Manche glauben sogar selbst daran und wollen durch die Ausschaltung ihrer inneren Vielfalt den Machthabern noch mehr Macht geben. Um den Preis der inneren demokratischen Verfassung soll für die eigene Gruppe ein größerer Teil des Kuchens der Macht in der Gesamtgesellschaft erkauft werden. Aber da sind wir bei einer Kernfrage der Minderheitenpolitik.
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"Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Rassismus" Die Zeiten, als Europa in Angst vor dem Kommunismus erstarrte, sind schon lange vorbei. Dieses "Problem" hat sich, so scheint es, von selbst gelöst; an seine Stelle ist aber ein neues, sehr beängstigendes getreten, jener Rassismus nämlich, der ganz konkret und real in vielen westeuropäischen Ländern zutage tritt. Die "Feindbilder", die er sich sucht und schafft, sind großteils historisch neue, der aktuellen Situation des jeweiligen Landes angepaßt, doch seine "Formen", was meint: Inhalte und Argumentationen, scheinen bekannt.
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des weiteren sind in dieser Ausgabe erschienen:
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