STIMME von und für Minderheiten N° 27 / II 1998

Kollektiv oder Individuum?

Kollektive Sackgassen
von Franjo Schruiff

Demokratie ist die Teilhabe aller Menschen an der Macht in der jeweiligen Gesellschaft. Entscheidend ist dabei nicht die Mehrheit, sondern die Einbeziehung aller, also auch der Minderheitengruppen jedweder Art. Egal ob politisch, religiös, sozial, sexuell, ethnisch, sprachlich oder kulturell - Demokratie besteht aus allen. Jeder einzelne und jede Gruppe von Ähnlichen soll sich in ihr wiederfinden können. Dazu braucht es erstens ein entsprechendes (Verantwortungs-)Bewußtsein bei jenen, die gerade nicht die Minderheit sind, und zweitens entsprechender rechtlicher Absicherungen. Hierher gehören Menschen- und Minderheitenrechte ebenso wie Instrumente der direkten Demokratie und Möglichkeiten oppositioneller Kontrolle.

 

Menschenrechte - eine Konfrontation zwischen Kollektivität und Individualität?
von Vladimir Wakounig

Wer sich heute mit den Menschenrechten, ihrer Respektierung, ihren Verletzungen und Mißachtungen etwas genauer beschäftigt, stößt sehr bald auf das Thema Universalität versus Partikularität bzw. Kollektiv versus Individuum. Es sind nicht wenige, die die Menschenrechte am liebsten als ein Warenangebot einer Selbstbedienungsstation sehen würden, um je nach politischer Situation und momentanen Machtinteressen davon Gebrauch zu machen.

 

Minderheiten im Übergang
Zur Assimilation von Einwanderern

von Rainer Bauböck

 

des weiteren sind in dieser Ausgabe erschienen:
 
-Wie unbedingt gelten Menschenrechte?
von Franz M. Wimmer
 
-Das lange Warten auf den Rechtsstaat
von Erwin Riess
 
-"Wir treffen uns in den wesentlichsten Punkten nicht!"
Interview mit Marjan Pipp von Cornelia Kogoj