STIMME von und für Minderheiten N° 39 / II 2001

Rede über Minderheiten

Stimme Nr. 39

Globalisierung im Sommerloch

Das Gute an dem Sommerloch ist, daß die Zeitungen den Inhalt ihrer "Inland"-Rubriken nolens volens reduzieren und damit den Blick auf die restliche Welt freigeben. Und da die Parlamente und damit die Politik aller westlichen Staaten mehr oder weniger gleichzeitig in den Sommerurlaub treten, besteht diese restliche Welt aus sogenannten "Problemzonen". In meiner Tageszeitung kann ich seit Wochen regelmäßig Nachrichten über Hunger, Kriege, Naturkatastrophen mit verheerenden Folgen, Menschenrechtsverletzungen, aber auch über Besuche westlicher PolitikerInnen in die Länder dieser restlichen Welt lesen.

 

Nix "zwischen den Stühlen" –
wir beanspruchen gleich die ganze Couch

von Alev Korun

Diversität in Österreich und Forderungen zum gesellschaftlichen Umgang damit

 

Pädagogik und ihr Differenzdiskurs
Ein zögerlicher Diskurs(beginn)

von Vladimir Wakounig

Schon ein kurzer Blick in die sozialwissenschaftliche Literatur zeigt, daß das Stichwort "Differenz" mittlerweile eine nicht mehr überschaubare Liste von entsprechenden Publikationen ausmacht. Das Wort "Differenz" ist in aller Munde, und es gibt kaum noch einen Teilbereich der Sozialwissenschaften, der sich nicht dazu äußern würde.

 

Wider die entpolitisierte Kritik
von Ljubomir Bratić

Kultur hat Konjunktur. Wo man nur hinschaut, überall bestimmen Texte, Bilder und Symposien die Landschaft. In Wien beschäftigte sich unlängst das Symposium "cultural touch" mit dieser Frage – so, als ob es nicht selbst eine kulturelle Tätigkeit wäre. Die Kulturmenschen wettern in ihren Arbeiten gegen Rassismus, gegen Sexismus, gegen Sozialabbau und Unterdrückung, und nichts passiert. Die Arbeiten verbreiten sich in einer Stille, als ob es nur sie gäbe, als wenn ihr Schöpfer allein an dem kulturellen Akt des Ausstellens, an dem Aussprechen im geschützten Raum, an der Diskretion anstelle der Aktion, des Gegenangriffs, der Offensive und des Machtkampfs interessiert wäre.

 

"Schwarz ist eine politische Identität"

Interview mit Araba Evelyn Johnston-Arthur über die "black community" in Österreich, die schwarze österreichische Geschichte und den Differenz-Begriff

 

Sprechen und Handeln
von Hakan Gürses

In Österreich aus der Bibel zu zitieren bedeutet zwar, Eulen nach Athen zu tragen. Aber gerade in einem Kontext, der viel auch mit dem Christsein in einem moralischen Sinne zu tun hat, sei mir diese Ungebührlichkeit gestattet.

 

Europride 2001: Wien ist anders?
von Monika Roidmayr

1927 sah das Boulevardblatt "Die Wiener Nachtwelt" das Abendland gefährdet: Eines Tages werde die Ringstraße noch "ganz für die Warmen" reserviert werden, stand da geschrieben. Anlaß für den homosexuellenfeindlichen Ausritt war die – eingebildete oder tatsächliche – Teilnahme Schwuler an einer sozialdemokratischen 1.-Mai-Demonstration.

 

des weiteren sind in dieser Ausgabe erschienen:
 
-"Ein österreichischer Paß kommt für mich nicht in Frage"
Interview mit Eveline Goodman-Thau
von Elisabeth Malleier
 
-Wo die Gesetze enden, beginnt die Menschlichkeit
von Marinela Vecerik