STIMME von und für Minderheiten N° 40 + 41 / III + IV 2001

Minderheiten in der Globalisierung

Stimme Nr. 40

Stimme
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In welchem Jahrhundert leben wir?
von Erwin Riess

Am 11. September, als die Flugzeuge in die Hochhaustürme gesteuert wurden, habe das 21. Jahrhundert begonnen, heißt es. Genauso gut könnte man auch sagen können: Das späte 19. Jahrhundert lebt wieder auf, mit seinen anarchistischen Attentaten, der "Propaganda der Tat" und der Überzeugung "Treffe ich den Erstbesten, treffe ich keinen Unschuldigen".

 

Töten und Füttern
von Hakan Gürses

Zunächst sollte es eine Zeichnung werden, tagelang habe ich die Idee im Kopf hin- und hergewendet, bis sich ein Bild aus vielen herausschälte: Eine Frau mit ihrem Baby im Arm und in der Burka gekleidet, dem Ganzkörperschleier, läuft zu einem Lebensmittelpaket und wird dabei von einer Bombe getroffen. Wir alle wissen, auch ohne einen zeichnerischen Wink: Lebensmittelpaket wie Bombe wurden von denselben abgeworfen.

 

Traditionelle Minderheiten in einer beschleunigten Zeit
von Franjo Schruiff

Die Globalisierung verändert die gesamte Lebenswelt der Gesellschaft. Deshalb verändert sie auch die Lebenswelt der Minderheiten, die sich naturgemäß immer in Relation zu den Mehrheiten in der Gesellschaft definieren.

 

Globalisierung, Rassismus und Widerstand
von Ljubomir Bratić

Zunächst einmal, um Klarheit zu schaffen: Die Migration hat schon längst länderübergreifenden Charakter. Der Staat, theoretisch noch immer im Korsett des 19. Jahrhunderts gedacht, der die Dualismen des "Wir" und der "Anderen" pflegt, hat die Folgen von politischen, sozialen und ökonomischen Faktoren der weltweiten Migration nicht mehr unter Kontrolle.

 

Über "Minderheit" in der "Globalisierung"
von Paul Kellermann

Der Prozeß der Globalisierung verändert den sinnvollen Gebrauch des Minderheitenbegriffs. "Minderheit" ist ein relativer Begriff, "Globalisierung" ebenfalls. Stimmt diese Feststellung, dann empfiehlt es sich, zur sozialwissenschaftlichen Erkenntnis von sozialer Wirklichkeit die Begriffe bezüglich ihrer Stimmigkeit gegenüber dem Erkenntnisgegenstand weiterzuentwickeln. Das hätte Konsequenzen hinsichtlich sowohl der quantitativen als auch der qualitativen Bedeutung des Begriffs. "Minderheit" und "Mehrheit" setzen sich logisch wechselseitig voraus.

 

Der Staat ist tot. Lang lebe der Staat!
von Roman Pfefferle

Obwohl durch die Prozesse der Globalisierung mehr als nur "in Frage gestellt", kann und muß der Staat auch in Zukunft seiner Funktion als Ordnungsrahmen und Solidaritätsraum für die "gute Gesellschaft" gerecht werden. Daß es dafür einer Transformation von Staatlichkeit bedarf, steht außer Zweifel.

 

"Eine Manifestation des Selbstbewußtseins von Minderheiten"
von Ursula Hemetek

Die Eröffnungs- und Dankesrede der Obfrau der Initiative Minderheiten anläßlich der Zehnjahresfeier im Wiener Rathaus war gleichsam ein Rückblick auf die politische Lage sowie die Aktivitäten der Minderheiten in der letzten Dekade in Österreich.

 

Der lange Weg nach Österreich
von Barbara Sorge

Die Geschichte einer Familie aus Armenien und ihr langer Weg durch die Institutionen wurden in einer Sendung von Radio Stimme als Beispiel für den "Umgang" Österreichs mit Flüchtlingen dargestellt.

 

des weiteren sind in dieser Ausgabe erschienen:
 
-Alles anders? Die Frankfurter Buchmesse 2001 von Edda Kapsch