STIMME von und für Minderheiten N° 55 / Sommer 2005

Minderheitenliteratur?

Stimme Nr. 55

Stimme
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Aus dem Licht, Osten!
stimmlage von Hakan Gürses

 

Zwischen Erziehung, Aufschrei und Wehmut. Anmerkungen zur kärntnerslowenischen Literatur
von Katja Gasser

Die Selbstermächtigungsdimension von Literatur wird im Minderheitenkontext funktionalisiert, was schließlich ein utilitaristisches Literaturverständnis hervorbringt – wodurch Literatur auf ihre sozial-nationale Funktion reduziert wird und schließlich zur "Anschauungssache" verkommt.

 

Minderheiten – Literatur?
von Anita Konrad

Literatur von AutorInnen mit dem Hintergrund einer ethnischen oder sozialen Minderheit wird von einem dreieinigen Schatten verfolgt, der sich durch die Rezeption, Vermittlung – und somit auch durch die Entstehung dieser Texte zieht: Vereinnahmung, Exotismus und literaturfernes Wohlwollen.

 

Mittlere Güte oder Die Literatur von Minderheiten im Spannungsfeld von Hühnerkebab und gemeiner Burenwurst
von Erwin Riess

Groll schüttelte den Kopf. "Der Begriff ,Literatur von Minderheiten' ist als solcher bereits abwertend. Dieser Mangel schlägt allerdings nur in kulturell entwickelten Inseln der Urbanität zu Buche; in Floridsdorf und den meisten Teilen Wiens, wo Literatur selten ist wie ein Tsunami im Weinviertel, wirkt er sich nicht aus."

 

Sprachsprünge
Interview mit Christa Stippinger

1996 erschien die erste Anthologie "Jeder ist anderswo ein Fremder" mit Texten aus der interkulturellen Schreibwerkstatt im Amerlinghaus. Seit 1997 gibt es den Literaturwettbewerb "schreiben zwischen den kulturen", den österreichweit noch immer einzigen Preis zur Förderung der Literatur von MigrantInnen und Angehörigen ethnischer Minderheiten. Ein Interview mit Christa Stippinger, der Initiatorin des Projekts und Leiterin der edition exil.

 

Weg(-)weisende Schutzzonen?
von Gerd Valchars

Die jüngste Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes sieht die Einrichtung sogenannter Schutzzonen vor. Aus diesen können verdächtige Personen, ohne strafbare Handlungen begangen zu haben, von der Polizei weggewiesen und am künftigen Betreten gehindert werden. Die erste dieser Schutzzonen wurde Mitte Februar am Wiener Karlsplatz eingerichtet und sollte Schulkinder vor der dortigen Suchtgiftszene schützen.